Betriebsinformation

Betriebsinformation 2016-10-20T08:36:59+00:00

Betrieb

Die Versorgung der Hütte mit Lebensmitteln und Brennholz, sowie der Abtransport von Abfällen und Leergut geschieht mehrheitlich mit dem Hubschrauber. Das Abwasser wird in einer modernen Zweikammerfaulgrube zersetzt.
Detailliertere Infos zu einzelnen Themen finden Sie gleich unterhalb!

 Anbau Sonnenterrasse

Der Anbau der Sonnenterrasse konnte im Frühling 2015 in Angriff genommen werden. Durch die Leitung des Architekten Peter Büchel, den Einsatz von Profis der Baugruppe Bristen, Swiss Helicopters, die Mitarbeiter von Heinz Ammann und vielen weiteren freiwilligen Männer des SAC Thurgaus, konnte der Anbau bis Mitte Oktober weitestgehend fertig gestellt werden.

Kleinkraftwerk

Seit Ende 2007 wird die Hütte durch ein Kleinstwasserkraftwerk mit Strom versorgt. Bei einer Leistung von 7.5 kW ermöglicht dies den Betrieb von haushaltüblichen Geräten inklusive Warmwasserversorgung. Die überschüssige Energie wird für die Heizung verwendet.

Für den Spitzenenergieverbrauch während dem Kochen und Backen reicht die Energie nicht aus, weshalb die Hütte nach wie vor auf Holz und Gas angewiesen ist.
Hier das Tagebuch der Bauzeit

 betrieb_elektrizitaet_160

Specksteinofen

 …unser Energieträger zum Heizen und Kochen. Insgesamt vier Holzöfen verschlingen übers Jahr eine beträchtliche Menge dieser nachhaltigen Energie. In der Gaststube steht ein mächtiger Specksteinofen, worauf man sich gemütlich einnisten kann. Der Tibaherd mit Backofen in der Küche ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber unentbehrlich!
 betrieb_holz_160

Propangas

 …geballte Energie in Form von Propangas benötigen wir ergänzend zum Kochen und Backen. In schweren Stahlflaschen wird es zur Hütte geflogen, ausserhalb der Hütte im Gasdepot gelagert und ans interne Netz angeschlossen.
 betrieb_gas_160

Helikopter

 …vom Etzliboden sind es gut 90 Minuten Fussmarsch. Wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch auf seinem Rücken 20 Kilogramm tragen kann, dann würde das bedeuten, dass für einen Ster Holz der Weg zur Etzlihütte 30 mal absolviert werden müsste. Das Maultier würde etwa sechs Mal hin und her gehen. Mit dem Hubschrauber kann noch einiges mehr draufgepackt werden und er fliegt nur einmal.
 betrieb_transport_160

Abfallentsorgung

 …mit dem Abfall zur Entsorgung geht es kaum anders als mit den Lebensmittel nach dem Einkauf. Ausser etwas Kompost und Papier zum Anfeuern wird alles wieder ins Tal transportiert! Mit dem Heli oder auf unseren Rücken! Deshalb sind wir sehr darauf angewiesen, dass unsere Gäste ihren persönlichen Abfall selbst mit ins Tal nehmen und entsorgen.
 Betrieb__letzter_tag_160

Moderne Waschanlage

 …eine Zweikammer-Fäkalienfaulgrube wurde beim letzten Hüttenumbau im 1999/2000 gebaut. Nebst der neuzeitlich ökologischen Entsorgung hat diese Erneuerung auch mit sich gebracht, dass heute niemand mehr mitten in der Nacht im Freien das WC suchen muss: Im Erdgeschoss findet sich eine moderne Wasch- & WC-Anlage.
2015 wurden vier der fünf offenen Klosetts im Toilettenbereich durch solche mit Wassersiphons ersetzt. Dadurch sollte der bis anhin stinkende Geruch vermindert werden. Ein Not-WC bleibt unverändert für den Fall, dass einmal kein Wasser vorhanden sein sollte.

Wetterstation

 …direkt oberhalb der Hütte ist seit Ende 2007 eine topmoderne Wetterstation installiert. Mittels ausgeklügelter Messtechnik werden die wichtigsten Parameter wie Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenschein, Niederschlagsmenge, Niederschlagsart und Luftdruck gemessen und im 10-Minutentakt ins Tal gesendet. Diese Anlage ist Bestandteil des Netzes von Jörg Kachelmanns Meteocentrale.
 betrieb_meteo_160

Telefon

 …die Telefontechnologie basiert auf dem Natelnetz, das über Richtstrahl mit der Antenne am Seelisberg verbunden ist (25km). Dort wird das Signal ins Festnetz eingespiesen. Dies ermöglicht den Betrieb einer normalen Festnetznummer in der Etzlihütte.
Gegen eine Grundgebühr von 3 Franken (plus Gesprächstaxe bei ausgehenden Gesprächen), kann unser Telefon genutzt werden.
 betrieb_telefon_160

 

Geschichte

Geschichte

1909 Dr. Otto Vogler und der nachmalige Bundesrat Heinrich Häberlin (1868-1947) machen aufgrund einer Erkundungsreise der Sektion den Vorschlag, im Urner Etzlital oberhalb der Müllersmatt eine Bergsteigerunterkunft zu errichten.
1910-1911 Am 10. Februar 1910 fasst die Sektion den Grundsatzentscheid zum Bau einer Clubhütte in diesem Gebiet. 1910-1911 erfolgt die Ausführung als verschalter, schindelverkleideter Ständerbau über Mauersockel und mit Schindeldach durch Baumeister Frans Kaiser, Amsteg. Die Pläne stammen von Architekt und Sektionsmitglied Werner Kaufmann (1882-1953), Frauenfeld, 1915-1932 Obmann der Thurgauischen Vereinigung für Heimatschutz (Bk: Fr. 9967.55, Einweihung: 16. Juli 1911)  Etzlihütte_1911
1925-1926 Gleichartige giebelseitige Erweiterung durch Baumeister Vinzenz Fedier, Amsteg, wiederum nach Plänen von Architekt Kaufmann (Bk:: 8450.-)  Etzlihütte_1926
1942  Erste Erweiterungspläne von Architekt Hans Freyenmuth (*1905), Frauenfeld.
1945-1947 An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 7. Juni 1945 beschliesst die Sektion aufgrund der bereinigten Pläne von Architekt Freyenmuth einen Um- und Erweiterungsbau. Für die Ausführung des Steinbaus unter Schindeldach verpflichtet man den erfahrenen Hüttenbaumeister Camille Brantschen (1890-1982), Sion (Bk: 58’000.-, Einweihung: 28.September 1947). Etzlihütte_1947
1968 Architekt Freyenmuth liefert Pläne für eine erneute Erweiterung.
1970 Im Juli übergibt Freyenmuth infolge Arbeitsüberlastung seine Vorarbeiten an den jungen Architekten Peter Frei, Frauenfeld, der das Projekt vorantreibt.
1972 Traufseitige Erweiterung nach Plänen und unter der Leitung von Architekt Frei; die Ausführung erfolgt durch Baumeister Hans Bonetti, Andermatt (Bk: Fr. 280’000.-, Einweihung: 1. Oktober 1972). Etzlihütte_1973
1999-2000 Renovation und weitgehender Neubau des Hüttenteils von 1947: Äussere Gestaltung mit Massivmauerpartien und Holzverkleidung (horizontale Stulpschalung); den Aufenthaltsraum beheizt ein Giltsteinofen von 1999 (Einweihung: 2./3. September 2000)
2007 Durch eine sehr grosszügige Spende des Sektionsmitgliedes Hugo Bohren wird der Bau eines Kleinwasserkraftwerkes ermöglicht. Die Hütte ist jetzt elektrisch beheizt.
 2015 Unter der Leitung des Architekten Peter Büchel, wird der Anbau einer Sonnenterrasse realisiert und somit auch der Eingang um einiges vergrössert. Im Innenbereich wird der Schuhraum, durch den Durchbruch der Trennwand vergrössert. Vier Toilettenschüssel mit Siphons werden neu montiert.

 

Die Hüttenwarte

1913-1917 Josef Maria Epp
1917-1953
Joseph (1878) und Rosa Epp Baumann aus Herrenlimi, Bruder von Josef Maria
1953-1999
Sepp (1929) & Anni Epp Indergand, Sohn von Joseph Epp
1999-2000
Toni Epp (1963), Sohn von Sepp Epp
2000-2004
Renata Meier & Urs Müller
2004-2011 Rita & Christoph Sager
2011-heute Doris und René Bättig

 

Josef Maria Epp 1879 – 1917

Postkarte_Josef_Maria_Epp1913 übernimmt Josef Maria Epp das Amt als erster Hüttenwart der Etzlihütte. Als passionierter Strahler unternimmt er von hier aus seine Strahlertouren. 1917 macht er sich ein weiteres Mal auf um am Piz Giuv nach den begehrten Kristallen zu suchen. Auf dem Abstieg fällt er tragisch einem Steinschlag zum Opfer und bleibt vier Tage und drei kalte Oktobernächte mit gebrochenem Oberschenkel liegen.

Der Geissbub Paul Lussmann bringt drei Tage hintereinander Proviant auf die Hütte, trifft aber den Hüttenwart nicht an dabei. Weil am darauf folgenden Tag jeweils das Essen verschwunden war, beunruhigte ihn das nicht und er vermutete Josef Maria auf seiner Strahlertour. Im Tal ahnte damals niemand, dass zur gleichen Zeit im Zuchthaus zu Altdorf zwei Strafgefangene getürmt und via Etzlihütte ins Bünden geflohen waren. Diese haben sich derweil gütlich getan an den Brosamen auf der Etzlihütte.
Am vierten Tage steigt Josef Epp, der Bruder des Hüttenwarts und Josef Lussmann, frühmorgens zur Etzlihütte auf. Ihnen fällt sofort auf, dass niemand in der Schlafstätte übernachtet hat. Weil die Schürfstellen des Josef Maria bekannt waren, begannen sie sofort am Piz Giuv mit der Suche.
Nachdem er die letzte Nacht unter vierzig Zentimeter Neuschnee ausgeharrt hatte war sein Zustand sehr bedenklich. Mit Hilfe von Trägern wurde Josef Maria auf einer Bahre ins Tal getragen wo er drei Tage später seiner Schwäche erlag. Ein tragisches Ende, wenn man bedenkt welche Umstände eine frühere Rettung verunmöglichten.

Die Schriftstellerin Esther Kissling hat diese Ereignisse auf sehr interessante und unterhaltsame Weise in eine Erzählung verpackt. Als Buch unter dem Namen: „In Bergnot am Schattig Wichel“ wurde es 1967 im Sauerländer-Verlag gedruckt. Das Buch liegt auf der Hütte zur Einsicht auf.

Geschichtliches über den Chrüzlipass
Von der Etzlihütte gelangt man in ca. einer Stunde auf den Chrüzlipass, jenem Übergang, der vom Maderanertal nach Sedrun führt. Interessanterweise kann für diesen Pass kein rätoromanischer Name nachgewiesen werden, was für einen neueren nicht allzu bedeutsamen Übergang spricht. Benutzt wurde der Pass von den Pilgern aus dem Tujetsch auf ihrem Weg nach Einsiedeln und zurück. Nicht alle erreichten glücklich das Ziel. Die Geschwister Berther starben am 27. Juni 1794 vor Müdigkeit, Kälte und Schnee auf der Bündnerseite des Passes. Am 24. September 1799 zog ein österreichisches Heer von 2400 Soldaten vom Bündner Oberland über den verschneiten Pass nach Amsteg. Im hinteren Etzliboden schlugen die ermüdeten und geschwächten Soldaten ihr Nachtquartier auf.
Zum Namen: Schon im Mittelalter gab es auf den Passhöhen ein gezimmertes Kreuz als Dank und Mahnung. Heute hält eine vielköpfige Steinmännchen-Familie Wache auf dem Chrüzlipass.

Das Dörfchen auf dem Etzliboden
Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts dürften an die 45 Bewohner im Weiler „Porthüsler“ längs der Felswand auf dem linken Etzliufer gelebt haben. Es gab eine Sägerei und eine Schnapsbrennerei. 1896 zerstörte eine Lawine vier Wohnhäuser und sieben Ställe. Die Siedlung wurde deshalb nach und nach verlassen und im Februar 1928 verwandelte schliesslich eine Lawine rund drei Hektaren Weideland in eine Steinwüste. Nur noch wenige Überreste blieben vom einst ganzjährig bewohnten Weiler Porthüsler übrig.

Kraftwerk

Kleinwasserkraftwerkes Etzli

Es tönt vielleicht wie ein Schildbürgerstreich, direkt unterhalb einer Starkstromleitung, ein Wasserkraftwerk zu bauen, um die Hütte mit Strom zu versorgen. Das Transformieren des Starkstroms wäre aber weit aufwändiger und teurer.
Auf Müllersmatt, unterhalb der Hütte, wird ein kleiner Teil des Etzlibaches gefasst und durch eine Druckleitung zur Peltonturbine auf Gulmen geführt. Durch die 75m-Wassersäule angetrieben liefert diese mittels Generator ca. 7.5 kW.
Nach rund zwei Jahren Bau- und Probezeit wurde das Kraftwerk am 14. Juni 2009 eingeweiht.

Technische Daten

Wasserfassung Müllersmatt 1970 m ü. M. Naturnahe Sohlschwelle, Entsanderbecken ca. 4m3, Wasserentnahme 15 l/s
Druckleitung Gefälle 75 m, Länge 260 m Kunststoffrohr 140 mm landschaftsschonend im Graben verlegt
Turbinenschacht Gulmen 1895 m ü. M. Peltonturbine, Synchrongenerator, Transformator
Energieübertragung Erdverlegtes Kabel, Länge ca. 700 m, Übertragungsspannung 1’000 V
Steuerung Fernüberwachung und -steuerung via Internet möglich. Regulierung der Turbinenleistung von 20 bis 100%.
Elektrische Leistung 7.5 KW
Bauherr SAC Sektion Thurgau
Erbauer Esotec GmbH, Innertkirchen

Der SAC Thurgau dankt dem Spender Hugo Bohren und dem Schweizer Alpen Club.

SAC Thurgau

Die SAC Sektion Thurgau ist Besitzerin der Etzlihütte.

Ihr Hauptsitz ist in Frauenfeld. Für die Etzlihütte ist der Hüttenchef Beat Fellmann verantwortlich.
Link zur Homepage der Sektion Thurgau
Alle Mitglieder der Sektion Thurgau profitieren von einem stark reduzierten Übernachtungspreis.

Präsident der Sektion Hansjörg Locher
Weststrasse 3
8553 Mettendorf
Tel +41 (0)52 765 24 57
Hüttenverwalter Beat Fellmann
Rathlenbuck 4
8255 Schlattingen
Tel +41 (0)52 657 28 08

 

Stamm

Jeden Donnerstag Abend ab 20:30 im Gasthof zum goldenen Kreuz in Frauenfeld. Am Donnerstags-Stamm wird jeweils die Tour des nächsten Wochenendes besprochen. Der Stamm ist aber auch ein Forum um Erfahrungen auszutauschen. Alle sind eingeladen den Stamm zu besuchen um sich gegenseitig kennen zu lernen.